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Hej, folgende fünf Beiträge haben wir für euren Streaming-Start ins Wochenende mitgebracht:
- Staffellauf-Kolumne über unseren inneren Algorithmus
- Unser stacheliger Lieblingsstream: Rashomon
- Fünf handverlesene Highlights aus den kostenlosen Mediatheken
- Darüber diskutieren wir drüben in der Community
- Überraschung der Woche: Eine coole Kollektion zur Ehren aller Künstler*innen
Lasst uns gezielter wählen, statt mehr zu finden. Los geht's!

Dafür bin ich nicht in der richtigen Stimmung
David Reiter
Wie oft habt ihr euch das schon gesagt? Ich sage es ständig. Zu Dokus über schwierige Themen, zu Formaten, die ich nicht sofort einordnen kann, zu Serien, die lang sind, zu Filmen, die zu ruhig erzählt sind und bei denen ich schon beim Lesen der Beschreibung denke: heute nicht.
Ich antizipiere meine Gefühlslage – und filtere vorher aus, was nicht passt. Das Problem: Ich liege dabei erstaunlich oft falsch.
🎁 Jetzt den kompletten Staffellauf von David lesen. Frei für alle.
Entdeckt das Staffellauf-Archiv mit +20 reflektierenden Streaming-Kolumnen.

Lieblingsstream: Rashomon (1950)
Leya Lourenco
Wie verändert die Art und Weise, wie wir Geschichten erzählen, die tatsächlichen Begebenheiten? Gibt es überhaupt die eine Wahrheit? Auch den Liebling, den ihr gerade lest, kann nur einen Teil, meine Perspektive, des Films wiedergeben. Diese und noch viele andere Fragen haben mich nach dem Sehen von „Rashomon“ (1950) beschäftigt.

Japan im 12. Jahrhundert. Unter dem verfallenen Rashomon-Tor suchen drei Männer Schutz vor dem Regen und diskutieren über ein verstörendes Verhör: Ein Samurai (Masayuki Mori) wurde im Wald ermordet, seine Frau (Machiko Kyō) vergewaltigt. Der Bandit Tajōmaru (Toshiro Mifune), die Witwe des Samurai, ein Zeuge (Takashi Shimura) und (durch ein Medium) der Tote selbst, erzählen ihre Version der Ereignisse – doch jede Geschichte widerspricht den anderen.
„Rashomon“ ist ein Gerichtsdrama, psychologischer Kriminalfilm und philosophischer Mysterythriller in einem. Regisseur Akira Kurosawa erforscht zudem den unzuverlässigen Erzähler und hinterfragt damit das Konzept einer universellen Wahrheit. Der Film war einer der ersten aus Japan, die im Westen breit wahrgenommen wurden.
Die Kameraarbeit von Kazuo Miyagawa ist bemerkenswert. Wir verlieren uns in wunderschönen Schwarzweiß-Aufnahmen, die vor Kreativität nur so strotzen – beispielsweise durch das Framing, also die Gestaltung des Bildausschnitts. Die Bilder im Wald und das dadurch erzeugte Licht transportieren die diffuse Stimmung des Films. Die Blätter filtern das Sonnenlicht und werfen kleine Schatten auf die Figuren. Dadurch entsteht eine zusätzliche sensorische Ebene, die uns als Zuschauende die Szenen spürbarer macht.
Doch auch die Kamera lügt. Sie zeigt uns vier widersprüchliche Versionen der Ereignisse – und alle wirken gleichermaßen wahr. Der Film erschüttert die Annahme, dass alles, was wir sehen, wahr ist. Jede Figur erzählt ihre eigene Wahrheit, zeigt sich im bestmöglichen Licht und belügt dabei sogar sich selbst.
Das wirkt sich auf das Publikum aus: Jeder Mensch, der den Film sieht, wird seine individuelle Perspektive einbringen und dadurch einen eigenen Eindruck bekommen. Und genau darin liegt – ja, tatsächlich – die Wahrhaftigkeit von „Rashomon“.
Ihr könnt „Rashomon“ aktuell bei Prime Video streamen. Überprüft die dauerhafte Verfügbarkeit via werstreamt.es.
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Handverlesene Highlights aus den kostenlosen Mediatheken
André Pitz & Leya Lourenco
Wir haben diese Woche hunderte neue Filme, Serien und Dokus gesichtet. Hier sind die fünf Highlights, die wir euch ans Herz legen:
Im toten Winkel (2023)
Läuft bis 13.06.26 in der ARD-Mediathek, FSK 16, Dauer: 110 Min., zum Trailer
➜ Politisches Gespensterkino im Gewand eines Paranoia-Thrillers
➜ Deutsche Filmpreise für Regie und Drehbuch (beide Ayşe Polat)
➜ Brandaktueller Stoff über die zersetzende Wirkung autoritärer Methoden, der als Vexierspiel Zeit und Raum zersplittern lässt
Perfect Days (2023)
Läuft bis 05.04.26 in der ARD-Mediathek, FSK 12, Dauer: 123 Min., zum Trailer
➽ Meditatives Drama über das Stetige
➽ Die herausragende Leistung des japanischen Schauspielers Kōji Yakusho erweckt Wim Wenders Charakterstudie zum Leben
➽ Ein Stream, nach dem man die Welt womöglich ein klein wenig anders sieht
Talk to Me (2022)
Läuft bis 06.04.26 beim ZDF, FSK 12, Dauer: 91 Min., zum Trailer
➩ Horror inmitten der Polykrise
➩ Von den Horror-Wunderkindern Michael und Danny Philippou
➩ Spannende Betrachtung von Schmerz und Trauer durch die Linse einer permanent sendenden Generation
A Very Royal Scandal (Miniserie, 2024)
Läuft bis 22.03.26 beim ZDF, FSK 12, Dauer: 61 Min., zum Trailer
➤ Institutionelle Machtanalyse mit True Crime
➤ Starke DarstellerInnen mit Ruth Wilson und Michael Sheen
➤ Wichtiges Psychogramm, das an Aktualität nur noch weiter zugenommen hat
Mord im Orient-Express (1974)
Läuft bis 22.03.26 bei Arte, FSK 12, Dauer: 131 Min., zum Trailer
➺ Verfilmter Agatha-Christie-Krimi über einen mysteriösen Mordfall
➺ Ein Klassiker des Regisseurs Sidney Lumet mit einer einprägsamen und oscarprämierten Performance von Albert Finney
➺ Ein Kammerspiel zum Miträtseln und Amüsieren
💡 Nach diesen Kriterien wählen wir unsere Tipps aus.

Darüber diskutieren wir
Nach Altheas Liebling, der zu großen Teilen improvisierten Krimiserie „Murderville“, haben wir mit euch in unserer Community darüber diskutiert, was den Reiz dieser erzählerischen Unberechenbarkeit ausmacht. André ist da zwiegespalten:
„Was mich begeistert, ist nicht unbedingt wie überraschend oder witzig denn nun die Impro ist. Mich fasziniert, wie wirklich gute Improvisator*innen aus dem gefühlten Nichts heraus eine stringente Geschichte konstruieren und dabei miteinander und nicht nur parallel zueinander spielen. [...]
Aber – und da bin ich vielleicht eher Snob – künstlerisch bin ich mehr an geschriebenen Inhalten, also einer erkennbaren Handschrift oder einem Profil, interessiert.“
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💬 🍿 Aktuell fragen wir uns:
Ist eure Watchlist noch ein Spiegel dessen, wer ihr seid – oder eher ein Archiv dessen, wer ihr mal sein wolltet?
Und zuletzt unser überraschender 5. Beitrag im Streaming-Magazin (immer anders):

Die besten Streams als Hommage an die Kulturbranche
Abena Freund
Die Kunst- und Kulturbranche ist während der Corona-Pandemie besonders hart getroffen worden und auch heute befindet sie sich noch weit entfernt von einer vollständigen Erholung. Mit dieser Kollektion wollen wir all die Kunstschaffenden honorieren, die unsere Welt stets mit ihren Werken bereichern. Hier findet ihr anregende Geschichten über reale und fiktive Künstler*innen jeglicher Art.
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Bis nächste Woche Freitag!
Happy Streaming,
Team Shelfd



