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Hej, diese Ausgabe vom Shelfd Magazin geht raus an 275 Mitglieder (+2). Wir sind in Woche 2 von 4 vom geheimen Beta-Reading. Antwortet gerne direkt auf die Mail oder kommt mit in unsere neue Community zum Austausch rund um die Themen und das Format. Folgende fünf Beiträge haben wir für euren Streaming-Start ins Wochenende mitgebracht:
- Staffellauf-Kolumne über abnehmende Qualität bei Streaming-Originals
- Unser stacheliger Lieblingsstream: The Pitt (seit 2025)
- Fünf handverlesene Highlights aus den kostenlosen Mediatheken
- Darüber diskutieren wir drüben in der Community
- Überraschung der Woche: Pure Trailer-Vorfreue auf diese Streams
Lasst uns gezielter wählen statt mehr zu finden. Los geht's!

Streaming-Original, aber als Inhaltswarnung
André Pitz
Vielleicht kommt das als Redaktionsleiter von Shelfd, einem sich um Streaming drehenden Medium, dem Beichten einer Sünde gleich: Ich schaue fast gar keine Streaming-Originals mehr – und zwar aus Prinzip! Denn Netflix und Co. sind längst nicht mehr an anspruchsvollem Storytelling interessiert, sondern lediglich am Binden unserer Aufmerksamkeit um jeden Preis. Das Label „Original“ ist für mich zu einem Siegel für schwache Inhalte geworden.
Ich erkläre euch, wie ich zu diesem Urteil gekommen bin und warum diese Entscheidung für mich ganz persönlich nicht nur eine gegen schlechte Qualität, sondern auch eine für ethischen Konsums war.
🎁 Jetzt den kompletten Staffellauf von André lesen. Frei für alle.
Entdeckt das Staffellauf-Archiv mit +15 Streaming-Kolumnen.

Lieblingsstream: The Pitt (seit 2025)
Leya Lourenco
Seit Anfang des Jahres gibt es mit HBO Max einen weiteren Streamingdienst in Deutschland. Und auch wenn man sich streiten kann, ob es wirklich noch einen Anbieter braucht, konnte ich nicht widerstehen: Ich habe mir ein Abo geholt, um das neue Angebot auszukundschaften. Eine Serie hat es mir dabei besonders angetan, und ich warte aktuell jeden Freitag auf eine neue Folge der zweiten Staffel.

Dr. Michael „Robby“ Robinavitch (Noah Wyle) arbeitet in der Notaufnahme des Pittsburgh Trauma Medical Centers – einem chronisch überfüllten Krankenhaus. Die Serie zeigt einen einzigen, stressigen Arbeitstag von Dr. Robby und seinem Team. Jede der fünfzehn Folgen entspricht dabei einer Stunde der Schicht, in der die Crew Patientinnen und Patienten versorgt.
Mit „The Pitt“ (seit 2025) ist den Showrunnern eine Krankenhausserie gelungen, mit der man einen erstaunlich realistischen Einblick in den Alltag einer Notaufnahme bekommt. Klar, wir sehen coole Ärzt*innen, die selbst in den stressigsten Situationen einen locker-sarkastischen Spruch auf Lager haben. Aber eben auch die knallharten Schichten, die das Team schieben muss. Dabei ist die Serie sehr menschlich mit persönlichen Geschichten, ethischen Fragen und viel Humor.
Auch die Inszenierung trägt zu diesem authentischen Eindruck bei: Die Zeit in der Serie verläuft fast deckungsgleich zur Erzählzeit, die Kamera bleibt unauffällig, das Licht nüchtern und der Sprech der Ärzte bleibt eine Fremdsprache. Für das medizinische Know-how mussten die Schauspieler*innen sogar in ein Bootcamp, in dem sie zum Beispiel auch gelernt haben, Zugänge zu legen oder zu intubieren.
Nicht nur medizinisch ist das Drehbuch durchdacht, auch die Figuren sind vielschichtig erzählt. Zum Beispiel der charmante Dr. Robby: bestimmt, empathisch und fähig. Aber eben auch nur ein Mensch, den die große Verantwortung manchmal erdrückt. Eine meiner Lieblingsfiguren, das mag etwas kontrovers sein, ist Dr. Santos (Isa Briones). Sie ist eine smarte, selbstbewusste Assistenzärztin, die mit ihrer direkten und harten Art manchen vor den Kopf stößt.
Aber die Serie bietet kleine Anker, durch die man sie kennenlernen und verstehen kann. Genauso unverzichtbar: Charge Nurse Dana Evans (Katherine LaNasa), die als Herz der Notaufnahme den Überblick behält – die Serie macht deutlich: Ohne die Pflegekräfte würde nichts funktionieren. Andere Figuren wie Dr. King (Taylor Dearden Cranston) oder Dr. Whitaker (Gerran Howell) sorgen dabei für einen Comic Relief und haben mich echt zum Lachen gebracht.
„The Pitt“ gönnt den Zuschauenden kaum Pausen und die dichte Erzählung spiegelt den Stress des Notfall-Teams wider. Ich habe die Serie über ein paar Tage geschaut und musste mir immer wieder klarmachen: Wow, das alles passiert an einem einzigen Tag. Und in diesem einen Tag zeigt die Serie, was im amerikanischen Gesundheitssystem schiefläuft: zu wenig Personal und ein System, das auf Profit ausgelegt ist.
P.S.: Älteren Serienhasen ist das Duo aus R. Scott Gemmill und Noah Wyle vielleicht noch aus „Emergency Room“ (1994-2009)-Zeiten bekannt. Wyle spielte damals John Carter und Gemmill arbeitete als Produzent und im Writers' room.
Du kannst „The Pitt“ aktuell bei HBO Max streamen. Überprüfe die dauerhafte Verfügbarkeit via werstreamt.es.
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Handverlesene Highlights aus den kostenlosen Mediatheken
André Pitz & Leya Lourenco
Wir haben diese Woche hunderte neue Filme, Serien und Dokus gesichtet. Hier sind die fünf Highlights, die wir euch ans Herz legen:
The Quiet Girl (2022)
Läuft bis zum 05.03.26 bei Arte, Dauer: 123 Min., FSK 12, zum Trailer
➜ Berühendes Coming-Of-Age Drama
➜ Irische Verfilmung der Kurzgeschichte „Foster“ (2010, Claire Keegan) mit intimer, poetischer Bildsprache; nominiert für den besten internationalen Film bei den Oscars
➜ Minimalistisch erzählt der Film über (das Fehlen von) Fürsorge und familäre Wärme und zeigt wie wichtig kleine Gesten der Liebe sind
I, Tonya (2017)
Läuft bis 08.03.26 beim ZDF, Dauer: 123 Min., FSK 12, zum Trailer
➽ Biopic mit schwarzem Humor
➽ Preisgekrönte Filmbiografie über die polarisierende Eiskunstläuferin Tonya Harding mit einer schauspielerischen Glanzleistung von Margot Robbie (Tonya) und Allison Janney (Tonyas Mutter)
➽ Was ist der Preis von Ruhm und wie viel von sich man für den Erfolg aufgeben?
Anatomie eines Falls (2023)
Läuft bis 26.03.26 in der ARD-Mediathek, Dauer: 142 Min., FSK 12, zum Trailer
➩ Gerichtsdrama, bei dem eigentlich unsere eigenen Denkmuster und Vorurteile auf der Anklagebank sitzen
➩ Oscar für das Drehbuch von Macherin Justine Triet und Arthur Harari; mit Sandra Hüller
➩ Stellt (auch mal unbequeme) Fragen nach Recht, Gerechtigkeit, Schuld und Vergebung
Disco Boy (2023)
Läuft bis 11.04.26 bei Arte, Dauer: 86 Min., zum Trailer
➤ Migrationsdrama mit Kolonialismuskritik
➤ Franz Rogowski in der Hauptrolle
➤ Nuancierter wie hypnotischer Blick auf Flucht – in ein besseres Leben, vor der Vergangenheit und sich selbst
Kir Royal (Miniserie, 1986)
Läuft bis 13.09.26 in der ARD-Mediathek, Dauer: 59 Min., FSK 12, zum Trailer
➺ Medien- und Gesellschaftssatire mit Elitenkritik
➺ Deutscher Kultklassiker von Helmut Dietl mit unter anderem Franz Xaver Kroetz, Senta Berger, Dieter Hildebrandt und Ruth Maria Kubitschek
➺ Persiflage der hohlen Welt und korrumpierten Moral der „Schönen und Reichen“ und Mächtigen
💡 Nach diesen Kriterien wählen wir unsere Tipps aus.

Darüber diskutieren wir
Nach der Premiere in der vergangenen Woche hat uns natürlich beschäftig, wie unser neues Magazin bei euch ankommt. Joachim aus der Community findet:
„Also ich lese das Shelfd Magazin im Browser auf dem Monitor. Und da ist mir zunächst das gelungene Layout aufgefallen. Manche Seiten möchte man ja schon wegen des grauenhaften Kontrasts/Schriftgröße (ja, kann man ändern, aber was soll das?) nicht konsumieren. Inhalte von altem Kram wie 12 Monkeys (habe ich schon im letzten Jahrtausend nicht kapiert) bis zu Aktuellem und auch Special Interest von ARTE. Also erster Eindruck? Mir gefällt es!“
Hier ebenfalls kommentieren
Kommt doch auch mit dazu in die Shelfd Streaming-Community, wenn ihr euch zum Magazin austauschen und auf neue Gedanken rund um euer Streaming kommen wollt.
💬 🍿 Aktuell fragen wir uns:
Wie geht ihr mit der Vorfreude (oder Angst) um, wenn eines eurer Lieblingsbücher verfilmt wird?
Und zuletzt unser überraschender 5. Beitrag im Streaming-Magazin (immer anders):

Auf diese Neustarts freuen wir uns
Ilka Bröskamp & Leya Lourenco
Der 60. Super Bowl lieferte nicht nur einen Sieg der Seattle Seahawks und eine Halftime-Show mit politischer Haltung des puerto-ricanischen Künstlers Bad Bunny, sondern auch zahlreiche neue Trailer. Einer hat es direkt auf unsere Merkliste geschafft. Aber auch ohne Super-Bowl-Trailer gibt es Serien, auf die wir uns freuen.
① The Adventures of Cliff Booth
Brad Pitt kehrt als Weltkriegs-Veteran und Stuntman Cliff Booth zurück, der mit der „Once upon a time in Hollywood“-Fortsetzung nun seine eigene Story erhält. Die liefert erneut Quentin Tarantino, Regie übernimmt diesmal aber David Fincher.
Wird exklusiv bei Netflix erscheinen.
② Blossoms Shanghai
Eine Größe des Hongkong-Kinos geht jetzt in die Serienmacherei: Regisseur Wong Kar-Wai, bekannt für Filme wie „In the Mood for Love” (2000) oder „Chungking Express“ (1994). Die 30-teilige Drama-Serie erzählt von Ah Bao (Hu Ge), der sich während des wirtschaftlichen Booms Shanghais in den 90ern, vom jungen Mann zu einem angesehenen Geschäftsmann wandelt. Wir sind gespannt, ob sich Kar-Wais einzigartiger Stil in Serienform durchsetzen kann.
Startet am 26.02. bei Mubi.
③ Only Margo
Not macht bekanntlich erfinderisch und so startet die junge, alleinerziehende Margo (Elle Fanning) einen Onlyfans-Account, um finanziell über die Runden zu kommen. Erfolgreich wird ihre neu geschaffenen Online-Persona aber erst mit Hilfe ihres Vaters Jinx (Nick Offerman), der als ehemalige Wrestling-Legende einiges von Selbstinszenierung und Zuschauerbindung versteht. A24 bringt die Serien-Adaption des Romans von Rufi Thorpe zu Apple TV. Hoffentlich bleiben der besondere Humor und Charme von Geschichte und Charakteren dabei erhalten.
Läuft ab 15.04. bei Apple TV.
🎁 Letzte Worte von der Shelfd Redaktion
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Bis nächste Woche Freitag!
Happy Streaming,
Team Shelfd

