Staffellauf #91 von Leya Lourenco • 20. Februar 2026
HBO Max is in the house und damit reiht sich ein weiterer Streamingdienst in die schier endlosen Weiten des bezahlten Film- und Serienschauens ein. HBO, übrigens kurz für Home Box Office, ist vielen von uns schon bekannt, beispielsweise von den Serien „Game of Thrones“ (2011-2019), „The White Lotus“ (seit 2021) oder „Succession“ (2018-2022). Die Qualität der selbstproduzierten HBO-Serien genießt einen guten Ruf. Und auch wenn ich mich schon auf HBO Max gefreut habe, stellte mich das Erscheinen der Plattform vor eine ganz grundsätzliche Frage: Wie entscheide ich eigentlich, ob sich ein Streamingdienst für mich lohnt?
„Wähle bitte deine Zahlungsmethode aus!”
Streamingabos können ein kleines Loch ins Portemonnaie brennen, da spreche ich aus eigenen Blicken ins Onlinebanking. Eine Studie der Bauhaus Universität Weimar und der TH Köln aus dem vergangenen Jahr hat ergeben, dass deutsche User*innen rund 28 Euro für ihre monatlichen Streamingabos ausgeben – das sind zweieinhalb Dienste pro Person.
Bis vor ein paar Wochen hatte ich fast überall ein Abo beziehungsweise einen Zugang über Dritte: Netflix, Prime Video, Arthaus+, Disney+, RTL+, Joyn, Paramount+, Crunchyroll, Mubi und WOW. Aber vor allem seitdem Account-Sharing nicht mehr so einfach ist, habe ich viele Zugänge gelöscht, um Geld zu sparen und auch mein tägliches Angebot zu minimieren. Denn ehrlich gesagt ist es nicht nur eine finanzielle Entscheidung, sondern auch eine der Streaming-Ökonomie.
Ein zu großes Angebot wirkt auf mich eher überfordernd, als dass es mir hilft, den richtigen Stream zu finden. Ich zappe von Plattform zu Plattform, sodass ich am Ende mehr Zeit mit meiner Fernbedienung als mit dem Fernsehen verbringe. Ich will auch gar nicht zehn verschiedene Plattformen verfügbar haben, sondern eher eine begrenzte Auswahl tiefer durchsuchen. Durch viele Abos fühle ich eher eine Pflicht, überall mal reinzuschauen, damit sich das Zehn-Euro-Abo doch wirklich lohnt. Also: Eine Entscheidung musste her.
„Empfehlungen nur für dich”
Für meine Entscheidungsfindung waren drei Fragen wesentlich:
- Wie viel schaue ich?
- Wie teuer ist es?
- Wie einzigartig ist das Angebot?
Zum Beispiel habe ich seit Monaten Disney+ nicht mehr besucht, es gab einfach kaum Serien oder Filme, die mich auf die Seite gezogen haben. Genauso Netflix: Es ist einfach zu teuer, um nur einen Stream im Monat zu schauen. Außerdem ist es wichtig zu beachten, wie sich Abos ergänzen. Ich habe beispielsweise auch das Zusatzabo von Prime Video Arthaus+ gelöscht. Einfach aus dem Grund, dass ich noch ein Abo bei Mubi habe und sich das Angebot überschnitten hat. Ich zahle jetzt noch für Prime Video, weil es da ein relativ breit aufgestelltes Angebot gibt, RTL+, weil ein bisschen Reality-TV muss sein und Mubi, weil da einfach die besten Filme warten. Und HBO Max kam jetzt dazu, weil ich einfach zu neugierig war und ich ein gutes Bundle-Angebot bekommen habe. Aber ein Abo heißt ja nicht gleich eine lebenslange Verpflichtung…
„Das könnte dir auch gefallen”
Mein neues Motto: Wenn ich länger als einen Monat einen Streamingservice nicht mal besuche, kündige ich mein Abo. Ich kann den Zugang ja immer wieder erneuern. Zum Beispiel habe ich für die letzte Staffel „Stranger Things“ (2016-2026) bei Netflix mein Abo für einen Monat reaktiviert und vorher ein paar Filme notiert, die dort angeboten wurden. Ich habe mir dann noch eine Erinnerung in den Kalender gehauen, damit ich die Kündigungsfristen nicht verpasse.
Unterschätzt außerdem die kostenlosen Mediatheken nicht, die bieten zum Teil wirklich spannende Streams an – wir empfehlen euch dazu in unserem 🎁 Magazin jede Woche eine kleine Auswahl.
Also, weniger Abos helfen mir persönlich, bewusster zu streamen und natürlich etwas Geld zu sparen. Neue Dienste wie HBO Max lohnen sich für mich, um mal einzutauchen und das Angebot auszunutzen, aber es heißt nicht direkt ein Jahresabo.
Happy Streaming,
Leya
