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Ausgabe 12 vom 24.04.2026

Hej, folgende fünf Beiträge haben wir für euren Streaming-Start ins Wochenende mitgebracht:

  1. Staffellauf-Kolumne mit einer Anleitung zum Horror-Streamen
  2. Unser stacheliger Lieblingsstream: „Sick of Myself“
  3. Fünf handverlesene Highlights aus den kostenlosen Mediatheken
  4. Darüber diskutieren wir drüben in der Community
  5. Überraschung der Woche: Kendall Roy aus „Succession“ im Fancake-Figurenporträt

Los geht's mit dem kompletten Magazin!


Lest die Staffellauf-Kolumne

Allein daheim Horror streamen – Eine Anleitung

Dobrila Kontić

Ein Mann starrt zuhause auf seinen Fernseher, der Schwarz-Weiß-Aufnahmen von einem Brunnen zeigt. Plötzlich klettert ein Mädchen, dessen Gesicht von langem, schwarzem Haar bedeckt ist, aus dem Brunnen heraus und geht auf die Kamera zu. Gebannt schaut der Mann weiter zu, will wissen, was wohl als nächstes passiert… und verliert vollends die Nerven, als die triefnasse, niemandem wohlgesonnene Gestalt plötzlich aus dem Bildschirm heraus, in sein Wohnzimmer und auf ihn zu kriecht. [...]

Solche Ängste mögen völlig irrational sein, aber dieser Befund hilft keiner Person weiter, die sich nach einem gruseligen Film die Nacht um die Ohren schlägt. Was also tun, wenn man Horror eigentlich mag, vielleicht sogar einen einschlägigen Streamingabend geplant hat, aber den Angstkater danach vermeiden möchte?

🎁 Jetzt den kompletten Staffellauf von Dobrila lesen. Frei für alle.

Entdeckt das Staffellauf-Archiv mit +30 reflektierenden Streaming-Kolumnen.


Unser stacheliger Liebling der Woche

Lieblingsstream: Sick of Myself (2022)

Leya Lourenco

Vergangene Woche habe ich im Kino „Das Drama“ (2026) mit Zendaya und Robert Pattinson in den Hauptrollen gesehen. Auf Social Media wird der Film des norwegischen Regisseurs Kristoffer Borgli heiß diskutiert. Und auch wenn die Prämisse seines neuen Films super spannend ist, gefällt mir seine schwarze Komödie „Sick of Myself“ (2022) noch viel mehr.

(c) MFA Film

Im Lexikon könnte ein Bild von Signe (Kristine Kujath Thorp) und Thomas (Eirik Sæther) neben der Definition von „Toxische Beziehung“ stehen. Thomas will permanent Signe übertreffen, Signe will permanent Thomas übertreffen. Als ihm plötzlich der Durchbruch als Künstler gelingt, muss sie zu extremen Mitteln greifen. Signe besorgt sich bei ihrem Ex-Freund, der nebenbei mit Drogen dealt, ein paar Pillen aus Russland. Deren Nebenwirkung: Hautekzeme. Damit sieht Signe das Scheinwerferlicht schon wieder auf ihr. Doch sie übertreibt und schluckt immer mehr von den Pillen…

In der grotesken Komödie und dem psychologischen Drama von Regisseur Kristoffer Borgli geht es um eine komplett missgünstige, ungesunde Beziehung und um das verzweifelte Behaupten in einer Aufmerksamkeitsökonomie. Der scharfzüngige Humor, der das Ganze ad absurdum treibt, ist teilweise wirklich unbequem.

Signe und Thomas sind dabei die überspitzte Repräsentation einer Internetgeneration, die sich durch Aufmerksamkeit behauptet: Opferstatus wird zu Prestige, Trauma zum Trend. Die Performance der Hauptdarsteller*innen treibt den Film an. Besonders Kujath Thorp gelingt eine Balance zwischen Coolness und Verzweiflung.

Eingepackt ist dieser Anti-Rom-Com-Horror in sehr schöne, fast anmutige Bilder. Kameramann Benjamin Loeb hat auf 35-Millimeter-Film eine cleane, kalte Ästhetik erzeugt, die im Kontrast zum körperlichen und psychologischen Verfall der Hauptfigur steht.

Du kannst „Sick of Myself“ aktuell bei Mubi und Prime Video streamen. Überprüfe die dauerhafte Verfügbarkeit via werstreamt.es.

🔍 Wollt ihr tiefer eintauchen? Wir haben euch die spannendsten Analysen, Interviews und Hintergründe zusammengestellt:

🔒 Alle Links & Analysen in der Mitgliedschaft. Das ist der Unterschied zwischen wissen, dass sich der Film lohnt und verstehen, warum er zählt.

Hier geht's zum Archiv mit +15 Einordnungen unserer Lieblingsstreams.


Auf ins Wochenende mit dem Besten von ARD, ZDF & Co

Handverlesene Highlights aus den kostenlosen Mediatheken

André Pitz & Leya Lourenco

Wir haben diese Woche hunderte neue Filme, Serien und Dokus gesichtet. Hier sind die fünf Highlights, die wir euch ans Herz legen:

Ein Mann namens Ove (2015)

Läuft bis 30.04.26 bei 3sat, FSK 12, Dauer: 112 Min., zum Trailer

Ein Mann namens Ove - Spielfilm
Schwedens Superstar Rolf Lassgård glänzt in der Rolle des Miesepeters mit großem Herzen.

➜ Schwedische Tragikomödie über einen pedantisch-griesgrämigen Witwer
Hannes Holms Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Fredrik Backman
➜ Ein so warmherziger Film, der schön, traurig, witzig und lehrreich zugleich ist

Tschernobyl 86 (Doku, 2026)

Läuft bis 29.04.32 in der ARD-Mediathek, FSK 12, Dauer: 89 Min., zum Trailer

Tschernobyl 86 - Der Super-GAU - hier anschauen
Dokumentarfilm Deutschland 2026 +++ Am 26. April 1986 explodiert Block 4 im Kernkraftwerk Tschernobyl. Es ist der erste Super-GAU. Niemand ist vorbereitet auf diesen Alptraum, der sich mitten im Kalten Krieg ereignet. Das Sowjetsystem vertuscht und spielt auf Zeit, versucht mit Feuerwehrleuten und Soldaten den größten anzunehmenden Unfall unter Kontrolle zu bringen. Eine radioaktive Wolke breitet sich nach Westen aus, es droht ein Fallout. Die tödliche Gefahr einer Verseuchung können die Menschen nicht sehen, nicht fühlen, nicht schmecken, nicht riechen, doch die Geigerzähler schlagen aus. Politiker und Experten werden zu Getriebenen angesichts des Ernsts der Lage. In der DDR wird nach dem Willen der Parteiführung systematisch verharmlost, in der Bundesrepublik dagegen auf allen Kanälen berichtet. Ein junger hessischer Umweltminister von den Grünen fordert den Atomausstieg und legt sich mit dem Bundeskanzler an. Unmittelbar zu erleben sind politische Akteure und Experten, denen die Zeit davonläuft, Menschen, die ihre Angst zeigen, und entschlossene Männer und Frauen, die sich in Lebensgefahr begeben, um den Unfall-Reaktor zu dekontaminieren. ‘Tschernobyl 86’ erzählt mit Originalmaterial aus dem Jahr 1986, wie sich die Ereignisse überschlagen und wie eine ungeahnte Angst vor dem unbekannten Schrecken eine schier ungebremste Dynamik entfacht. Film von Volker Heise | Erstsendung: 13.04.2026 (Das Erste). Hörtipp: Mehr zum Thema im Podcast „Tschernobyl – Die Katastrophe und wir“ in ARD Sounds.

➽ Geschichte rekonstruiert durch Verkettung zahlreichen Archivmaterials
➽ Filigrane Recherche und Montagearbeit von Volker Heise und Team
➽ Offenbart die Muster der konkreten und ominösen nukleare Angst bzw. Bedrohung während der letzten Züge des Kalten Krieges

Network (1976)

Läuft bis 19.05.26 bei Arte, FSK 16, Dauer: 117 Min., zum Trailer

Network - Film in voller Länge | ARTE
Wegen sinkender Zuschauerzahlen soll Howard Beale, der alternde Nachrichtensprecher eines US-Fernsehsenders, entlassen werden. In seiner Verzweiflung kündigt Beale seinen Selbstmord vor laufender Kamera an. Die Quoten steigen und die Programmchefin baut die Sendung zum skandalträchtigen Format aus ...- Vom Krieg um die Einschaltquoten in den USA der 1970er Jahre. Regie: Sidney Lumet.

➩ Mediensatire mit gesellschaftskritischem Anstrich
➩ Zehnfach oscarnominierter und vierfacher Oscargewinner von Sidney Lumet
➩ Ein heute ungebrochen aktueller Film über Publikumsdynamiken, Aufmerksamkeitsökonomie und Manipulation

Der Rausch (2020)

Läuft bis 06.12. in der ARD-Mediathek, FSK 12, Dauer: 117 Min., zum Trailer

Filme in der ARD: Der Rausch - hier anschauen
Spielfilm Dänemark 2020 (Druk) Lebt es sich besser mit einem Alkohol-Dauerpegel von 0,5 Promille? Ob diese gewagte These eines bekannten Psychologen stimmt, möchte der ausgebrannte Geschichtslehrer Martin (Mads Mikkelsen) herausfinden. Er beginnt zusammen mit seinen befreundeten Kollegen Tommy (Thomas Bo Larsen), Nikolaj (Magnus Millang) und Peter (Lars Ranthe) ein riskantes Experiment. Mit Mads Mikkelsen, Thomas Bo Larsen, Magnus Millang, Lars Ranthe, Maria Bonnevie u. a. | Buch: Thomas Vinterberg und Tobias Lindholm | Regie: Thomas Vinterberg

➤ Schwarze Tragikomödie über Midlife-Crisis, Männerfreundschaft und ein gewagtes Alkohol-Experiment
Thomas Vinterbergs oscarprämierter Film mit einem hervorragenden Mads Mikkelsen
➤ Ein bittersüßer und aufrichtiger Film, der zeigt, dass der Rausch manchmal zwar eine Erlösung sein kann, aber meistens nur von kurzer Dauer ist

Styx (2018)

Läuft bis 17.05.26 bei 3sat, FSK 12, Dauer: 87 Min., zum Trailer

Styx
Rike - Ärztin aus Europa, 40 Jahre alt - verkörpert eine westliche Vorstellung von Glück und Erfolg. Sie ist gebildet, selbstbewusst, zielstrebig und engagiert.

➺ Globalpolitisches Kammerspiel in der unendlichen Weite des Meeres
➺ Mehrfach ausgezeichnet beim Deutschen und Österreichischen Filmpreis
➺ Nüchtern-intensives Drama über die realen Auswirkungen menschenfeindlicher europäischer Grenzpolitik

💡 Nach diesen Kriterien wählen wir unsere Tipps aus.


Auszug aus der Shelfd Streaming-Community

Darüber diskutieren wir

Plattformen messen Dinge wie Watchtime, Klicks und das Verhalten von uns Streamer*innen. Aber eine Sache fehlt komplett: Gleichzeitigkeit. Was wir an der Stelle vermissen, ähnelt einem Relikt aus alten Zeiten. Die Rede ist von der guten, alten Einschaltquote. Sie verrät, wie viele Menschen gerade dasselbe schauen. David ergänzt seinen Staffellauf zum Thema mit dem Wunsch nach einer Kommentarspalte:

„Ich würde es feiern, wenn ich wüsste, mit wie vielen Menschen ich grad einen Streaming-Moment geteilt habe. Ob viele oder wenige – das sagt ja etwas aus. Und noch toller wäre, wenn Netflix & Co diesen Raum sogar wirklich für den Austausch öffnen würde. Keine Ahnung, wie wild das da zugeht, aber Computerspiele und Twitch-Livestreams trauen sich eine volle Kommentarspalte ja auch zu. Mutige voran.“
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Und zuletzt unser überraschender letzter Beitrag im Streaming-Magazin (immer anders):

Fancake-Serienikonen-Kolumne

Kendall Roy aus „Succession“: Reich, privilegiert, destruktiv – und zutiefst menschlich

Dobrila Kontić

(c) Wow, Sky, HBO

Als verwöhnter, machtbesessener Milliardärssohn zieht Kendall Roy aus „Succession“ unsere Verachtung auf sich, aber erstaunlicherweise auch unser Mitgefühl.

Im neuen Fancake zeichnen wir seine Geschichte nach, ordnen die Entwicklung der Figur ein und teilen, wofür wir sie bewundern:

Kendall Roy aus „Succession“: Reich, privilegiert, destruktiv – und zutiefst menschlich
Als verwöhnter, machtbesessener Milliardärssohn zieht Kendall Roy aus „Succession“ unsere Verachtung auf sich, aber erstaunlicherweise auch unser Mitgefühl.

🥞 Lest das vollständige Fancake als Shelfd Mitglied.


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Bis nächste Woche Freitag!

Happy Streaming,
Team Shelfd

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