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Ausgabe 3 vom 20.02.2026

Hej, diese Ausgabe vom Shelfd Magazin geht raus an 276 Mitglieder (+1). Wir sind in Woche 3 von 4 vom geheimen Beta-Reading. Antwortet gerne direkt auf die Mail oder kommt mit in unsere neue Community zum Austausch rund um die Themen und das Format. Folgende fünf Beiträge haben wir für euren Streaming-Start ins Wochenende mitgebracht:

  1. Staffellauf-Kolumne mit einer Anleitung durch den Abo-Dschungel
  2. Unser stacheliger Lieblingsstream: The Mastermind (2025)
  3. Fünf handverlesene Highlights aus den kostenlosen Mediatheken
  4. Darüber diskutieren wir drüben in der Community
  5. Überraschung der Woche: Eine coole Kollektion anlässlich des Black History Months

Lasst uns gezielter wählen, statt mehr zu finden. Los geht's!


Lest die Staffellauf-Kolumne

„Bist du sicher, dass du dein Abo kündigen möchtest?”

Leya Lourenco

HBO Max is in the house und damit reiht sich ein weiterer Streamingdienst in die schier endlosen Weiten des bezahlten Film- und Serienschauens ein. HBO, übrigens kurz für Home Box Office, ist vielen von uns schon bekannt, beispielsweise von den Serien „Game of Thrones“ (2011-2019), „The White Lotus“ (seit 2021) oder „Succession“ (2018-2022). Die Qualität der selbstproduzierten HBO-Serien genießt einen guten Ruf.

Auch wenn ich mich schon auf HBO Max gefreut habe, stellte mich das Erscheinen der Plattform vor eine ganz grundsätzliche Frage: Wie entscheide ich eigentlich, ob sich ein Streamingdienst für mich lohnt?

🎁 Jetzt den kompletten Staffellauf von Leya lesen. Frei für alle.

Entdeckt das Staffellauf-Archiv mit +15 Streaming-Kolumnen.


Unser stacheliger Liebling der Woche

Lieblingsstream: The Mastermind (2025)

Althea Pappas

„The Mastermind“ (2025) ist ein Heist-Film, aber nicht im klassischen Sinne: keine Aufregung, kein Nervenkitzel, kein großes Kinoereignis. Regisseurin Kelly Reichardt interessiert sich nicht für den perfekten Coup. Trotzdem habe ich beim Abspann gemerkt, wie sich eine unangenehme Spannung schleichend in meinem Körper ausgebreitet hatte. Weil man von Anfang an spürt, dass das, was hier passiert, nicht gut ausgehen kann. 

Foto: Mubi

Der Film spielt 1970 in einer amerikanischen Kleinstadt in Massachusetts. Amerika steht unter Spannung: Der Vietnamkrieg eskaliert, Proteste prägen den Alltag, und nach Schüssen auf Studierende der Kent State University liegt Gewalt in der Luft. J.B. Mooney (Josh O’Connor) ist ein arbeitsloser Handwerker, Ehemann, Vater von zwei Kindern – und jemand, der sich selbst für klüger, begabter und unterschätzter hält, als sein Leben es widerspiegelt. Als er mit seiner Familie ein Museum besucht, stiehlt er impulsiv eine kleine Skulptur. Kein großer Plan, kein Statement, aber daraus entwickelt sich etwas Größeres: die Idee, ein paar Gemälde zu klauen. Nicht, weil er unbedingt großen Gewinn daraus machen möchte, sondern einfach, weil er es kann. Oder zumindest glaubt, es zu können. 

Was folgt, ist ein Heist, der sich von vorne bis hinten falsch anfühlt. Die Vorbereitungen sind detailliert, umständlich, irgendwie liebevoll: selbstgenähte Taschen für die Bilder, eine selbstgebaute Kiste, gestohlene Autos, kleine Zeichnungen der Kunstwerke, damit bloß nichts schiefgeht. Beim Zuschauen habe ich mich immer wieder dabei ertappt, wie ich dachte: Hör auf. Lass es. Nicht, weil der Coup moralische Bedenken in mir auslöst, sondern weil es so offensichtlich ist, dass dieser Plan auf Sand gebaut ist. Reichardt inszeniert den Raub nicht als aufregenden Höhepunkt, sondern als Abfolge von banalen Problemen: Türen, die sich nicht öffnen lassen. Menschen, die im falschen Moment auftauchen. Wege, die zu eng sind. Alles dauert zu lange, und genau dadurch wird es so unangenehm. 

Josh O’Connor spielt diese schleichende Selbstentlarvung großartig. J.B.s Versagen ist leise, schleichend, fast höflich. Er ist kein Held, auch kein Antiheld, er wirkt weder brillant, noch böse, noch skrupellos – eher wie jemand, der überzeugt ist, dass ihm mehr zusteht. Und genau das macht es so bitter. Der Film urteilt nicht, aber schaut genau hin – auf männlichen Ehrgeiz, auf Selbstüberschätzung, auf das Privileg, Individualität und Apathie ausüben zu können in Zeiten politischer Unruhe. J.B. ist ein Rebell aus Langeweile – er plant einen belanglosen Coup, während die Welt um ihn herum brennt. Sein vermeintliches Genie ist hauptsächlich den Frauen in seinem Leben zu verdanken, auf die er sich stützt (insbesondere seine Ehefrau, gespielt von Alana Haim). Sein Raub wirkt dadurch weniger rebellisch als verloren. 

Visuell ist „The Mastermind“ zurückhaltend, aber extrem präzise. Lange Einstellungen, wenig Musik, viel Zeit für Handgriffe, Wege, Pausen. Man spürt die Körperlichkeit jeder Handlung: das Tragen, das Verstecken, das Warten. Nichts ist glamourös. Alles ist anstrengend. Am Ende bleibt kein Triumph, kein Schock, kein klarer Abschluss. Nur stilles Unbehagen und Kopfschütteln – auf die beste Art. 

Du kannst „The Mastermind“ aktuell bei Mubi streamen. Überprüfe die dauerhafte Verfügbarkeit auf werstreamt.es.

🔍 Wollt ihr tiefer eintauchen? Wir haben euch die spannendsten Filmanalysen, Interviews und Hintergründe zusammengestellt:

🔒 Alle Links & Analysen in der Mitgliedschaft. Das ist der Unterschied zwischen wissen, dass sich der Film lohnt und verstehen, warum er zählt.


Auf ins Wochenende mit dem Besten von ARD, ZDF & Co

Handverlesene Highlights aus den kostenlosen Mediatheken

André Pitz & Leya Lourenco

Wir haben diese Woche hunderte neue Filme, Serien und Dokus gesichtet. Hier sind die fünf Highlights, die wir euch ans Herz legen:

Das Lehrerzimmer (2023)

Läuft bis 18.05.26 bei Arte, FSK 12, Dauer: 92 Min., zum Trailer

Das Lehrerzimmer - Film in voller Länge | ARTE
Carla Nowak, eine engagierte Sport- und Mathematiklehrerin, tritt ihre erste Stelle an einem Gymnasium an. Als es an der Schule zu einer Reihe von Diebstählen kommt und einer ihrer Schüler verdächtigt wird, beschließt sie, der Sache eigenständig auf den Grund zu gehen. Dabei stößt sie gegen die schonungslose Struktur des Systems Schule. Gefeiertes Drama von İlker Çatak (2023).

➜ Drama unter gesellschaftlicher Spannung
➜ Oscarnominierung für den Film von İlker Çatak mit Leonie Benesch
➜ Körperlich mitreißendes Spannungskino, das gesellschaftliche Verhältnisse klug verdichtet

Zwischen uns die Nacht (2023)

Läuft bis zum 13.05. im ZDF, FSK 12, Dauer: 105 Min., zum Trailer

Zwischen uns die Nacht
Die junge Marie lebt mit ihrem Sohn im Wohnwagen und verliebt sich in Erich, der sie in die faszinierende Welt der Schausteller führt.

➽ Romantisches Drama mit Sozialstudie in einer glitzernden Jahrmarkt-Welt
➽ Abschlussfilm von Autorin und Regisseurin Abini Gold an der Filmakademie Baden-Württemberg mit Laura Balzer in der mitreißenden Hauptrolle
➽ Zwischen rauschhaften Kamerafahrten und analogen Momenten zeigt Gold den Konflikt von Freiheit vs. Verantwortung

Aviator (2004)

Läuft bis 01.03.26 bei Arte, FSK 12, Dauer: 160 Min., zum Trailer

Aviator - Film in voller Länge | ARTE
Der Amerikaner Howard Hughes war ein ebenso begnadeter wie verwegener Pilot, ein gerissener Geschäftsmann, ein glamouröser Filmproduzent und ein genialer Erfinder. In seiner virtuosen, fünffach Oscar-prämierten Verfilmung (2005) zeichnet Regisseur Martin Scorsese mit opulenter Ausstattung und effektvoller Inszenierung das Bild des bekannten US-Unternehmers.

➩ Biopic über Howard Hughes
➩ Fünf Oscars für das Epos von Martin Scorsese mit Leonardo DiCaprio in der Haupt- und unter anderem Cate Blanchett, Kate Beckinsale, John C. Reilly und Alex Baldwin in Nebenrollen
➩ Tatsächlicher Größtenwahn (des historischen Howard Hughes) trifft auf inszenatorischen Größenwahn (Martin Scorsese), der sich an einer glänzenden Oberfläche abreibt, um die darunterliegenden menschlichen Abgründe freizulegen

Das Leben ist eine Baustelle (1997)

Läuft bis zum 14.03. in der ARD-Mediathek, FSK 12, Dauer: 115 Min., zum Trailer

Das Leben ist eine Baustelle - hier anschauen
Auf dem Weg zur Arbeit beobachtet der Metzgergehilfe Jan Nebel eines Nachts, wie eine junge Frau von zwei Männern verfolgt wird. Als er die schöne Unbekannte in Gefahr wähnt und ihr hilft, zu entkommen, kommt es zu einer Schlägerei. Zu spät erkennt Jan, dass er zwei Zivilfahnder verprügelt hat. Er landet für eine Nacht im Gefängnis, muss eine Geldstrafe zahlen und verliert zudem seinen Job. Die beiden treffen sich wieder. Der arbeitslose Träumer Jan und die eigenwillige Musikerin Vera verlieben sich ineinander und beginnen eine leidenschaftliche Beziehung.

➤ Raue Tragikomödie mit bittersüßer Liebesgeschichte
➤ Das episodenhafte Drehbuch von den deutschen Filmgrößen Wolfgang Becker („Goodbye Lenin“) und Tom Tykwer („Lola rennt“) erweckt ein großartiger Cast, wie ein junger Jürgen Vogel und Christiane Paul zum Leben
➤ Über das Seinen-Platz-Finden im umbrüchigen Berlin der 90er mit viel Alltag und Wahrheit

Das Haus (2021)

Läuft bis 19.03.26 bei 3sat, FSK 12, Dauer: 87 Min., zum Trailer

Das Haus
Deutschland 2029: Star-Journalist Johann Hellström wurde von einer in Deutschland amtierenden populistischen Partei mit einem Berufsverbot belegt und hofft, aus dem Exil heraus seine Unschuld zu beweisen.

➺ Dystopischer Thriller
➺ Basiert auf einer Kurzgeschichte des heutige Spiegel-Chefredakteurs Dirk Kurbjuweit
➺ Kluge Verzahnung von technologischer (nicht mehr ganz so) Zukunftsmusik mit gesellschaftspolitischer Analyse

💡 Nach diesen Kriterien wählen wir unsere Tipps aus.


Auszug aus der Shelfd Streaming-Community

Darüber diskutieren wir

In der vergangenen Woche haben wir uns gefragt, was es mit euch macht, wenn plötzlich euer Lieblingsbuch verfilmt werden soll. Susanne aus unserer Community übt sich in Trennkost:

Wenn ich kann, schaue ich mir den Film vorher an, wenn ich weiß, ich will das Buch noch lesen. Ich habe festgestellt, dass ich dann den Film gut finden kann und das Buch dann oft noch tolle neue Aspekte bereithält – in einigem zeitlichen Abstand. Oft ist es aber natürlich andersrum und ich habe das Buch schon gelesen. Mir hilfts, den Film als eigenständig zu sehen und eben zu versuchen, es nicht so miteinander zu vergleichen.
Hier ebenfalls kommentieren

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💬 🍿 Aktuell fragen wir uns:

„Das könnte dir auch gefallen...“ – Wie oft klickt ihr bei diesem Satz eigentlich noch mit voller Überzeugung auf Play?

Teilt eure Perspektive dazu.


Und zuletzt unser überraschender 5. Beitrag im Streaming-Magazin (immer anders):

Eine coole Kollektion

Die besten Streams zum Thema Schwarze Perspektiven

Abena Freund

Auch wenn der Black History Month im Februar gefeiert wird, sollten die Stimmen Schwarzer Menschen das gesamte Jahr über Gehör finden. Mit dieser genrevielfältigen Kollektion möchten wir die unterschiedlichsten Lebensrealitäten Schwarzer Protagonist*innen beleuchten, die mal direkt, mal indirekt im Zusammenhang mit Rassismus stehen, aber auch unabhängig davon erzählt werden.

🖤 Geschichten über Schwarzes Leben – Shelfd
Auch wenn der Black History Month im Februar gefeiert wird, sollten die Stimmen Schwarzer Menschen das gesamte Jahr über Gehör finden. Mit d …

🎁 Letzte Worte von der Shelfd Redaktion

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Bis nächste Woche Freitag!

Happy Streaming,
Team Shelfd

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