Vergangene Woche habe ich im Kino „Das Drama“ (2026) mit Zendaya und Robert Pattinson in den Hauptrollen gesehen. Auf Social Media wird der Film des norwegischen Regisseurs Kristoffer Borgli heiß diskutiert. Und auch wenn die Prämisse seines neuen Films super spannend ist, gefällt mir seine schwarze Komödie „Sick of Myself“ (2022) noch viel mehr.

Im Lexikon könnte ein Bild von Signe (Kristine Kujath Thorp) und Thomas (Eirik Sæther) neben der Definition von „Toxische Beziehung“ stehen. Thomas will permanent Signe übertreffen, Signe will permanent Thomas übertreffen. Als ihm plötzlich der Durchbruch als Künstler gelingt, muss sie zu extremen Mitteln greifen. Signe besorgt sich bei ihrem Ex-Freund, der nebenbei mit Drogen dealt, ein paar Pillen aus Russland. Deren Nebenwirkung: Hautekzeme. Damit sieht Signe das Scheinwerferlicht schon wieder auf ihr. Doch sie übertreibt und schluckt immer mehr von den Pillen…

In der grotesken Komödie und dem psychologischen Drama von Regisseur Kristoffer Borgli geht es um eine komplett missgünstige, ungesunde Beziehung und um das verzweifelte Behaupten in einer Aufmerksamkeitsökonomie. Der scharfzüngige Humor, der das Ganze ad absurdum treibt, ist teilweise wirklich unbequem.

Signe und Thomas sind dabei die überspitzte Repräsentation einer Internetgeneration, die sich durch Aufmerksamkeit behauptet: Opferstatus wird zu Prestige, Trauma zum Trend. Die Performance der Hauptdarsteller*innen treibt den Film an. Besonders Kujath Thorp gelingt eine Balance zwischen Coolness und Verzweiflung.

Eingepackt ist dieser Anti-Rom-Com-Horror in sehr schöne, fast anmutige Bilder. Kameramann Benjamin Loeb hat auf 35-Millimeter-Film eine cleane, kalte Ästhetik erzeugt, die im Kontrast zum körperlichen und psychologischen Verfall der Hauptfigur steht.

Du kannst „Sick of Myself“ aktuell bei Mubi und Prime Video streamen. Überprüfe die dauerhafte Verfügbarkeit via werstreamt.es.

🔍 Wollt ihr tiefer eintauchen? Wir haben euch die spannendsten Analysen, Interviews und Hintergründe zusammengestellt:

🔒 Alle Links & Analysen in der Mitgliedschaft. Das ist der Unterschied zwischen wissen, dass sich der Film lohnt und verstehen, warum er zählt.

Der Link wurde kopiert!